Digitale Barrieren in der Berufsbildung: Wo die Herausforderungen liegen und wie Sie sie angehen können
Die digitale Teilhabe ist in der Schweiz wenig vorangeschritten. Besonders in der Berufsbildung stossen Menschen mit Behinderungen weiterhin auf erhebliche Hürden. Das zeigt die Studie E-Inklusion der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. Um der digitalen Ausgrenzung entgegenzuwirken, bietet ARTISET praxisnahe Webinare zur digitalen Barrierefreiheit an. Erfahren Sie mehr.
Die Ergebnisse der Studie E-Inklusion
In der nationalen Studie E-Inklusion im Rahmen des Nationalfondsprogramms NFP77 «Digitale Transformation» hat ein interdisziplinäres Forschungsteam im Zeitraum von 2020 bis 2024 die Chancen und Risiken der Digitalisierung für Menschen mit Behinderungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung untersucht. Dabei wurde auch untersucht, wie die Berufsbildungsorganisationen digitale Teilhabe umsetzen. Auch Mitgliederorganisationen von INSOS wurden befragt, darunter Fachpersonen und Lernende mit Behinderungen. Die Resultate zeigen einen deutlichen Handlungsbedarf auf.
Digitale Teilhabe ist in der Berufsbildung nicht systematisch verankert
Die digitale Teilhabe ist in der Schweizer Berufsbildung kaum systematisch verankert. Zwar bestehen mit dem Behindertengleichstellungsgesetz und der UN-Behindertenrechtskonvention verbindliche rechtliche Grundlagen, doch es fehlen Auslegungen und Umsetzungsrichtlinien, was zu Unsicherheiten in der Umsetzung führt. In vielen Bildungsorganisationen mangelt es an ganzheitlichen Konzepten zur digitalen Barrierefreiheit. Stattdessen überwiegen reaktive, auf einzelne Personen ausgerichtete Lösungen. Besonders in kleineren Organisationen ist Inklusion stark vom Engagement einzelner Lehrkräfte abhängig, was zu uneinheitlichen Massnahmen führt.
Die Verantwortung für Barrierefreiheit liegt nicht nur bei den Bildungsinstitutionen, sondern auch bei Verlagen von Unterrichtsmaterialien und Arbeitgebern. Insbesondere Berufsverbände und Arbeitgeber nehmen eine Schlüsselrolle ein, da sie massgeblich Einfluss auf die Barrierefreiheit in der Berufsbildung und auf digitalen Lernplattformen haben.
Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit gelingt bisher kaum
Obwohl die Organisationen die Bedeutung des Themas anerkennen, scheitert die Umsetzung häufig an folgenden Faktoren:
- fehlende interne Expertise zur digitalen Barrierefreiheit
- unzureichende Ressourcen und
- mangelnde strategische Planung.
Selten werden Investitionen in barrierefreie Technologien und Massnahmen zur digitalen Teilhabe prioritär und systematisch angegangen. Zudem wissen viele Verantwortliche in Bildungsorganisationen zu wenig über die spezifischen Bedürfnisse von Lernenden mit Behinderungen. Ausserdem erfüllen zahlreiche Lernplattformen und Softwarelösungen die Anforderungen der digitalen Zugänglichkeit nicht.
Zudem weist die Studie darauf hin, die digitalen Kompetenzen der (angehenden) Lernenden mit Behinderungen gezielt zu fördern. Allerdings kommt erschwerend hinzu, dass viele Fachpersonen selber geringe digitale Kompetenzen aufweisen.
Es fehlt eine ganzheitliche Inklusionsstrategie
Achtzig Prozent der befragten Organisationsvertreter:innen geben an, dass ihr Angebot von Lernende mit Behinderungen nicht nachfragt wird. Rund zwei Drittel halten ihr Angebot für die betreffende Zielgruppe als zu anspruchsvoll. Dies macht deutlich, dass Inklusion in Organisationen bislang nicht als ganzheitliche Strategie verstanden wird und die digitale Teilhabe nicht als grundlegendes Qualitätsmerkmal. Dabei kommt digitale Zugänglichkeit allen Lernenden zugute – unabhängig von Fähigkeiten, Alter und Nutzungskontext.
Erfahren Sie mehr zur Studie E-Inclusion und zum Orientierungsrahmen Digitale Teilhabe
Webinare zur digitalen Zugänglichkeit
Webinar «Digitale Teilhabe in der Berufsbildung»
Damit Organisationen die digitale Ausgrenzung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung reduzieren können, hat die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW gestützt auf die Studienergebnisse einen Orientierungsrahmen für die Praxis entwickelt.
Diesen Orientierungsrahmen lernen Sie im Webinar «Digitale Teilhabe in der Berufsbildung» kennen. Im Webinar werden ausserdem die zentralen Erkenntnisse der Studie präsentiert und Sie erhalten konkrete Tipps, wie Sie den Zugang zu Berufsbildung durch geeignete digitale Teilhabemassnahmen fördern können.
Datum
Das Webinar wird zweisprachig und zweimal durchgeführt:
- Mittwoch, 11. März von 13h30 – 15h15,
- Mittwoch, 18. März von 13h30 – 15h15,
Webinar «Digitale Zugänglichkeit verstehen und umsetzen»
Damit digitale Angebote für alle zugänglich werden, ist es für Verantwortliche wichtig, die Grundlagen digitaler Barrierefreiheit zu verstehen. Darum geht es im Webinar «Digitale Zugänglichkeit verstehen und umsetzen».
Datum
Donnerstag, 05. Februar 2026, nachmittags