Jahresbericht 2025
der Föderation ARTISET mit ihren Branchenverbänden CURAVIVA, INSOS und YOUVITA.
Die Föderation ARTISET
Das Jahr 2025 war massgeblich von der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Leistungsangebots geprägt. Von der Fachentwicklung über Bildungsangebote bis hin zu Branchenlösungen wurde das Portfolio gezielt auf die Bedürfnisse der Mitglieder ausgerichtet. Ein Schwerpunkt lag auf der politischen Arbeit:
- Das Politikteam intensivierte die Präsenz im Parlament für die Anliegen von CURAVIVA, INSOS und YOUVITA.
- Mit Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), wurde der Dialog zu den aktuellen Herausforderungen in der Behindertenpolitik initiiert.
- Die Interessenvertretung zur Sicherung des Personalbedarfs im Pflege- und Sozialbereich erhielt mit der «Resolution zur Eindämmung des Fachkräftemangels» einen klaren Orientierungsrahmen. Sie dient der Positionierung, verstärkt die Sensibilisierung für die grosse Herausforderung und bildet die Basis für weiterführende Massnahmen, die 2026 und darüber hinaus ergriffen werden.
Auf betrieblicher Ebene standen die Arbeiten für einen neuen Webauftritt und eines verbesserten CRM-Systems inklusive neuen Kundenportals im Vordergrund. Beide Grossprojekte werden Anfang 2026 lanciert; sie erhöhen den Nutzen für Mitglieder und Kund:innen sowie die Effizienz der Organisation.
«Wegweisende Gesetzesvorlagen in der Pflege- und Behindertenpolitik prägten unsere operative Arbeit – ein Engagement, das wir 2026 für unsere Mitglieder konsequent fortsetzen. Parallel dazu haben wir das technologische Fundament für unseren Service erneuert: Mit dem neuen Webauftritt, einem modernen CRM-System und dem Portal myARTISET steigern wir die Effizienz und den Nutzen für unsere Mitglieder, Kund:innen und Studierende.»
«Der erste ARTISET-Kongress mit dem Motto ‹Erfolgsrezepte teilen und voneinander lernen› war ein eindrücklicher Höhepunkt, der die Vielfalt unserer Branchen und die Innovationskraft unserer Mitglieder sichtbar machte. Nach vier Jahren treten wir 2026 nun aus der Phase der Startorganisation heraus: Wir nutzen unsere Erfahrungen, um die föderativen Strukturen zu optimieren und den Einbezug der Branchenverbände in die Meinungsbildung klarer zu gestalten.»
«Die im Juni von den Delegierten verabschiedete Resolution zur Fachkräftesicherung ist ein starkes Zeichen der Geschlossenheit unserer drei Branchen und der strategische Kompass für die nächsten Jahre. 2026 werden wir unsere Interessenvertretung für die politischen Rahmenbedingungen weiter intensivieren, um insbesondere bei der Fachkräftesituation und im Beschaffungswesen spürbare Verbesserungen für unsere Mitgliedinstitutionen zu erreichen.»
Der Branchenverband CURAVIVA
Die politische Interessenvertretung prägte das Jahr 2025 massgeblich. Gemeinsam mit ARTISET engagierte sich CURAVIVA im National- und im Ständerat für zentrale Dossiers wie die zweite Etappe der Pflegeinitiative, die Ergänzungsleistungen für betreutes Wohnen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen zum assistierten Suizid im Pflegeheim. Auf Ebene der Bundesverwaltung vertrat der Branchenverband die Interessen der Alters- und Pflegeinstitutionen unter anderem in der «Agenda Grundversorgung», in der Infektionsprävention sowie bei der Weiterentwicklung des Elektronischen Gesundheitsdossiers (E-GD) (bisher Elektronisches Patientendossier [EPD]). Zudem brachte sich CURAVIVA aktiv im Forum Datenaustausch ein. Weitere Schwerpunkte:
- Umsetzung der Gesundheitsreform EFAS (Einheitliche Finanzierung für ambulante und stationäre Pflege): Nach der Annahme der Reform Ende 2024 starteten 2025 die Umsetzungsarbeiten mit ersten Klärungen für die notwendige Tarifpartnerschaft.
- Bildungspolitik: In Gremien wie der OdASanté und der OdA Hauswirtschaft setzte sich CURAVIVA für zukunftsfähige Berufsprofile ein.
- Nationales Implementierungsprogramm (NIP-Q-UPGRADE) – Qualität in der stationären Langzeitpflege: Die Arbeiten am Projekt wurden ebenso wie die Unterstützung der Mitglieder im Umgang mit medizinischen Qualitätsindikatoren konsequent fortgeführt.
- Wissenstransfer: kostenlose Webinare zur Vertiefung der Themen Qualität im Pflegeheim, EFAS und gesundheitliche Vorausplanung.
Ein besonderes Highlight markiert den Auftakt zu 2026: die CURAVIVA-Fachtagung in St. Gallen. Dabei werden die persönliche Begegnung, der fachliche Austausch und das gegenseitige Lernen im Mittelpunkt stehen.
«Nationale Geschäfte mit direktem Praxisbezug prägten unsere Arbeit. Unser Fokus lag darauf, regionale Realitäten in tragfähige Lösungen zu überführen. Mit der EFAS-Umsetzung gestalten wir den grundlegenden Systemwechsel in der Pflegefinanzierung aktiv mit. Für eine nachhaltige Finanzierung engagieren wir uns auch bei der Pflegeinitiative und der Palliative Care – als Basis für eine qualitativ hochwertige und würdevolle Pflege.»
«Wir haben die Anliegen der Pflegeinstitutionen im Parlament, in der Verwaltung und in zentralen Reformprojekten erfolgreich positioniert und intern die Grundlagen für eine künftige Wirkungskraft gelegt. 2026 fokussieren wir uns darauf, unsere Organisation noch konsequenter auf die Bedürfnisse unserer Mitglieder auszurichten und sichtbare, praxistaugliche Lösungen für eine starke, zukunftsfähige Alters- und Pflegebranche zu schaffen.»
Der Branchenverband INSOS
2025 stand ganz im Zeichen des Transformationsprozesses im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Ein Meilenstein war die Publikation des Grundlagendokuments zur UN-BRK, das die Haltung von INSOS und seinen Mitgliedern zur künftigen Ausrichtung der Institutionen definiert. Zudem wurden an drei Tagungen mit 600 Teilnehmenden fachliche Ansätze zum selbstbestimmten Leben und zur beruflichen Teilhabe diskutiert. Weitere Schwerpunkte:
- In der Praktischen Ausbildung (PrA) wurden fünf neue Berufe eingeführt, darunter die PrA Mitarbeit Begleitung und Pflege Erwachsene. Zudem wurde das Online-Lehrbetriebsportal für die PrA aufgebaut und es wird 2026 in Betrieb genommen.
- Mit CURAVIVA und YOUVITA widmet sich INSOS im Projekt «Task Shifting» der Weiterentwicklung von Kompetenzprofilen in der interprofessionellen Zusammenarbeit, um dem steigenden Pflegebedarf in den Institutionen proaktiv zu begegnen.
- Im Rahmen des Projekts «EmpowerAssist» wurden ein Kompetenzraster und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Sie dienen als Basis für Berufsprofil-Revisionen, um Anforderungen an Begleitpersonen in moderne Bildungsformate zu überführen.
- Politisch engagierte sich INSOS im Zusammenhang mit der Revision des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG), beim indirekten Gegenvorschlag zur Inklusionsinitiative sowie bei der IV-Reform. Intensive Gespräche wurden geführt zur Verankerung von «Supported Employment» und «Job Coaching» im IV-Gesetz, um die Arbeitsintegration von Menschen mit Behinderungen nachhaltig zu stärken.
2026 wird INSOS eine interaktive Landkarte zur kantonalen Finanzierung im Bereich Menschen mit Behinderungen lancieren. Zudem stehen weiterführende Projekte zur beruflichen Aus- und Weiterbildung von Arbeitnehmenden mit Behinderungen – unter anderem im Bereich der Digitalisierung – sowie zur Förderung der Selbstbestimmung im Wohnalltag im Zentrum.
«Durch die verstärkte Zusammenarbeit mit unseren Kollektivmitgliedern stellen wir sicher, dass national wie kantonal passende Informationen und Instrumente bereitstehen. So unterstützen wir unsere Mitglieder dabei, ihren Kernauftrag – die hochwertige Begleitung von Menschen mit Behinderungen – trotz grossen Herausforderungen von innen wie aussen weiterhin souverän zu erfüllen.»
«Im Berichtsjahr sind wir dem Ziel einer inklusiven Gesellschaft gemeinsam mit unseren Mitgliedern einen wichtigen Schritt nähergekommen – gestützt auf unser Commitment zur UN-BRK. Wir haben den politischen Austausch intensiviert und Kooperationen innerhalb der Branche gestärkt, um den Transformationsprozess auf allen Ebenen spürbar voranzutreiben.»
Der Branchenverband YOUVITA
Nach einer dreijährigen Entwicklung erfolgte im Frühjahr 2025 die Liveschaltung von kidlex. Die Plattform unterstützt Fachpersonen mittels Chatbot und Hilfsinstrumenten bei der Umsetzung von Kinderrechten. Das Instrument stösst auf reges Interesse und wird unter Einbezug des kidlex-Spiels in Aus- und Weiterbildungskontexten vorgestellt. Abgeschlossen wurde zudem die Begleitstudie zur MemoryBox über die Erinnerungsarbeit und das Zugehörigkeitserleben von ausserfamiliär untergebrachten Kindern und Jugendlichen. Zudem wurde eine Fachtagung mit Impulsen für die Systemverbesserung im Kindesschutz durchgeführt. Im Berichtsjahr wurde auch die Interessenvertretung gemeinsam mit Partnerorganisationen intensiviert:
- Fokusthemen: die Datenlage zu Kinderrechten sowie die Schaffung einer nationalen Ombudsstelle und einer nationalen Strategie für Kinder- und Jugendpolitik.
- Aktive Begleitung der Revision der Pflegekinderverordnung (PAVO).
- Kompetenzzentrum Leaving Care: Aktualisierung der Kantonsprofile zur Gesetzgebung für junge Erwachsene und die Publikation einer Übersicht zur Pflicht der Rückerstattung bei der Sozialhilfe.
- Veröffentlichung des Positionspapiers «Zur Notwendigkeit niederschwelliger und bedarfsorientierter Unterstützung für junge Menschen» mit sechs zentralen Forderungen zur Systemverbesserung.
Im kommenden Jahr stehen zwei Fachtagungen sowie neue Vernetzungsmöglichkeiten zu fachlichen Themen im Zentrum. Ein Schwerpunkt der Interessenvertretung wird die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe des Bundes zur PAVO-Revision bilden. Zudem erfolgt ein gezielter Ausbau der Leistungen für die lateinische Schweiz.
«Im Berichtsjahr haben wir mit kidlex ein Instrument mit hohem Praxisnutzen für die tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bereitgestellt. Parallel dazu wurde die Zusammenarbeit mit den kantonalen Kollektivmitgliedern gezielt vertieft: Durch diese Bündelung der Ressourcen unterstützen wir unsere Mitglieder noch effektiver und verschaffen den Anliegen der Kinder- und Jugendhilfe auf allen Ebenen Gehör.»
«Unsere nationale Interessenvertretung trägt sichtbare Früchte und festigt die Rolle von YOUVITA als Expertin. Mit dem gezielten Ausbau der Ressourcen für die lateinische Schweiz werden wir unserem Anspruch als nationaler Branchenverband noch besser gerecht. Im engen Dialog mit den kantonalen Kollektivmitgliedern und durch die Nutzung von Synergien auf ARTISET-Ebene vereinen wir unsere Kräfte für die Mitglieder über die Sprachgrenzen hinweg.»
Finanzen
Der Finanzbericht umfasst erstmals sowohl die konsolidierte Jahresrechnung als auch den Einzelabschluss von ARTISET. Die konsolidierte Jahresrechnung bildet die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des gesamten Konzerns ab und erhöht damit die Transparenz auf Gruppenebene. Für das Geschäftsjahr 2025 weist sie einen Gewinn von TCHF 986 aus. Im Einzelabschluss schliesst ARTISET das Jahr mit einem Gewinn von TCHF 315 ab.
Die positive Ergebnisentwicklung trägt zur weiteren Festigung der finanziellen Stabilität von ARTISET bei und stärkt die Grundlage für die nachhaltige Erfüllung des Auftrags. Detaillierte Informationen zur Ergebnisentwicklung sowie zur Jahresrechnung sind dem Finanzbericht 2025 zu entnehmen.
Dienstleistungen
Bei den Branchenlösungen und Angeboten, mit denen die Föderation ihre Mitglieder bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt, ragen 2025 folgende Neuerungen hervor:
Bildung und ARTISET Bildung
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Neuer Wind bei ARTISET Bildung
2025 wurden zwei prägende Persönlichkeiten in die Pension verabschiedet. Nach 17 Jahren an der Spitze der Höheren Fachschule für Kindheitspädagogik (hfk) in Zug übergab Thomas Jaun die Leitung an Maaike Detsch. Als erfahrene Führungsperson wird sie die Erweiterung der Studiengänge der hfk auf den Standort Zürich begleiten. Auch in der Weiterbildung gab es einen bedeutenden Wechsel: Susanne Eberle verabschiedete sich nach 23 Jahren, in denen sie das Kursangebot massgeblich mitaufgebaut und etabliert hat. Ihre Nachfolge trat Kristina Lasotta an, die ihre breite Expertise nun in die Weiterentwicklung des Portfolios einbringt.
Kommunikation
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Mitgliederbefragung: wichtige Datenbasis für die Weiterentwicklung
Im Berichtsjahr wurde die erste umfassende Mitglieder- und Kollektivmitgliederbefragung seit der Gründung der Föderation im Jahr 2022 durchgeführt. Im Zentrum standen die Zufriedenheit mit ARTISET und ihren drei Branchenverbänden und die Überprüfung des Angebotsportfolios und der Interessenvertretung. Die Ende Berichtsjahr eingetroffenen Resultate werden im ersten Quartal 2026 ausgewertet. Die Erkenntnisse aus der Befragung fliessen direkt in den kontinuierlichen Prozess ein, die Strukturen und Leistungen im Sinne der Mitglieder weiterzuentwickeln.
Politik
- 4 Sessionsvorschauen mit Empfehlungen zuhanden der Parlamentsmitglieder
- 4 Sessionsrückblicke für Mitglieder und Interessierte
- 50 Newsmeldungen zu politischen Vorstössen und Geschäften
Ergänzend zu den bereits genannten politischen Prioritäten der Föderation und ihrer Branchenverbände beschäftigten folgende ausgewählte Geschäfte das Team Politik:
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Datengrundlage für Kinderrechte
ARTISET und YOUVITA engagierten sich 2025 intensiv für die Motion Müller-Altermatt (22.4505) zur Verbesserung der Statistiken im Kinder- und Jugendbereich.
- Die aktuelle, fragmentierte Datenlage verhindert eine zuverlässige Gesamtsicht auf die Umsetzung der Kinderrechte in der Schweiz – diese Lücken müssen geschlossen werden.
- Eine harmonisierte nationale Datengrundlage ist die Voraussetzung, um politischen Handlungsbedarf zweckmässig aufzuzeigen und Massnahmen wirksam zu steuern.
Die Föderation forderte nun den Ständerat auf, die Motion ohne den zeitverzögernden Umweg über ein Postulat anzunehmen, um den Schutz der Jugend zeitnah zu stärken.