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Medienmitteilung

Für hohe Lebens­qualität und niedrigere Kosten in der Pflege

In der nächsten Session wird sich der Ständerat erneut mit dem Bundesgesetz über Ergän-zungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (EL) befassen. CURAVIVA Schweiz spricht sich dafür aus, das betreute Wohnen in der EL-Reform angemessen zu berücksichtigen. Wie eine neue Studie zum Wohn- und Pflegemodell 2030 von CURAVIVA Schweiz zeigt, wirken sich integrierte Versorgungskonzepte ums betreute Wohnen positiv auf die Lebensqualität der Betreuten und auf die Pflege- und Betreuungskosten aus.

In der Sommersession 2018 wird der Ständerat erneut die EL-Reform (16.065) behandeln und die Differenzen zum Nationalrat bereinigen. CURAVIVA Schweiz sieht in dieser Reform die Chance für eine wichtige Weichenstellung in der Langzeitpflege, indem künftig auch für das betreute Wohnen Ergänzungsleistungen gewährt werden. Der Nationalrat hat entsprechende Entscheide getroffen, die sehr zu begrüssen sind.

Bedürfnisgerechte Pflegeangebote als Ausgangspunkt für neues Finanzierungssystem

Heute dreht sich die politische Diskussion vornehmlich um die Kosten, welche mit der Pflege von betreuungsbedürftigen Menschen verbunden sind. Diese Diskussion ist wichtig, setzt den Hebel aber am falschen Ort an: Um die Kosten- und Finanzierungsfragen langfristig zu lösen, Fehlanreize zu beheben und gleichzeitig eine hohe Qualität zu ermöglichen, sind zuallererst die heutigen und künftigen Bedürfnisse sowie die entsprechenden Pflegeangebote zu diskutieren. Wie das Wohn- und Pflegemodell 2030 von CURAVIVA Schweiz belegt, haben bedürfnisgerechte, eng koordinierte Pflegeangebote grosses Potenzial, die Lebensqualität der Betreuten zu erhöhen und gleichzeitig die Pflegekosten zu senken.

Das Wohn- und Pflegemodel 2030: Mehr Lebensqualität und niedrigere Kosten

2016 hat CURAVIVA Schweiz das Wohn- und Pflegemodell 2030 (WOPM 2030) lanciert. Dieses Modell geht nicht mehr von einzelnen Pflegeinstitutionen aus, sondern von Dienstleistungs-anbietern, die den Kunden ein selbstbestimmtes Leben im bevorzugten Wohnumfeld ermöglichen. Integrale Bestandteile der Betreuung sind eine medizinische Grundversorgung, begleitende Dienstleistungen und Freizeitangebote. Ambulante und stationäre Pflegeformen werden ergänzt durch betreute Wohnangebote in dafür geeigneten Appartements. Dieses integrierte Versorgungskonzept findet national und international bereits ansatzweise Anwendung. Die ersten Erfahrungen geben deutliche Hinweise, dass das WOPM 2030 die Lebensqualität erhöht. Bisher war allerdings nicht klar, ob das WOPM 2030 auch finanzielle Vorteile mit sich bringt. CURAVIVA Schweiz hat deshalb die Polynomics AG beauftragt, die Kostenwirkungen des WOPM 2030 gegenüber der heutigen Versorgungsstruktur zu untersuchen.

Die kürzlich erschienene Studie zeigt nun auf, dass mit dem WOPM 2030 eine Reduktion der Kosten gegenüber heute um knapp 7 Prozent oder rund 770 Mio. Franken pro Jahr erwartet werden kann. Diese Einsparungen ergeben sich insbesondere, weil im betreuten Wohnen geringere Wegkosten anfallen als bei der Pflege zu Hause, die informelle Pflege einen höheren Stellenwert einnimmt als in der stationären Pflege und die Bewohnerinnen und Bewohner weniger Dienstleistungen (z.B. Reinigung, Verpflegung, Wäsche) beziehen als in einem Heim. Aus Sicht von CURAVIVA Schweiz bestätigen die Ergebnisse, dass die EL im betreuten Wohnen tiefer angesetzt werden können als in einem Pflegeheim. Um die Kostenvorteile nutzen zu können, ist die Schaffung von gesetzlichen Grundlagen eine Voraussetzung.

Wie die Studie weiter aufzeigt, braucht es weitere Korrekturen, um das Potential für die Kostensenkung auszuschöpfen, namentlich eine neue, einheitliche Pflegefinanzierung, die nicht mehr nach den einzelnen Wohn- und Pflegeformen unterscheidet, sondern die drei Wohnformen «ambulant», «betreut» und «stationär» in gleicher Weise berücksichtigt. Auf der Basis dieser Studienresultate wird CURAVIVA Schweiz in den kommenden Monaten zusammen mit interessierten Partnern prüfen, wie ein neues Finanzierungsmodell aussehen könnte. Ziel ist, konkrete Vereinfachungs- und Verbesserungsvorschläge in die politische Diskussion einzubringen, die in der Praxis umsetzbar und in der Branche breit abgestützt sind.