Langzeitpflege sozialräumlich und personenzentriert weiterentwickeln
Die Langzeitpflege steht vor einem grundlegenden Wandel. ARTISET zeigt in einer Positionierung auf, wie eine sozialräumliche und personenzentrierte Ausrichtung gelingen kann – und welche Anpassungen in Bildung, Berufsbildern und Rahmenbedingungen dafür notwendig sind.
Ausgangslage: Langzeitpflege im Wandel
Die Bedürfnisse von Menschen im Alter verändern sich. Immer häufiger stehen Selbstbestimmung, soziale Teilhabe und Einbettung ins Wohnumfeld im Zentrum. Gleichzeitig verschärfen sich der Fachkräftemangel und die Anforderungen an Institutionen der Langzeitpflege.
ARTISET ist überzeugt: Eine zukunftsfähige Langzeitpflege braucht einen Paradigmenwechsel – weg von stark institutionszentrierten Modellen hin zu einer sozialräumlichen und personenzentrierten Ausrichtung.
Personenzentrierung als Leitprinzip
Im Zentrum der Langzeitpflege stehen die Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen, Ressourcen und Lebensgeschichten. Personenzentrierung bedeutet:
- Orientierung am Alltag und an den Lebenswelten der Menschen,
- Förderung von Autonomie, Beziehungen und Teilhabe,
- sowie flexible Unterstützungsformen, die sich an den Menschen anpassen – nicht umgekehrt.
Diese Ausrichtung betrifft nicht nur die Betreuung und Pflege, sondern die gesamte Organisation von Angeboten.
Sozialräumliche Ausrichtung gezielt stärken
Langzeitpflege ist mehr als Versorgung innerhalb einer Institution. Sie ist Teil eines sozialen Raums, der Nachbarschaft, Gemeinde, Angehörige und freiwilliges Engagement einschliesst.
ARTISET empfiehlt:
- Pflege- und Betreuungsangebote stärker im Quartier und in der Gemeinde zu verankern,
- Kooperationen mit lokalen Akteuren systematisch zu fördern,
- und Übergänge zwischen ambulanten, intermediären und stationären Angeboten besser zu gestalten.
Ausbildung und Berufsbilder weiterentwickeln
Eine sozialräumliche und personenzentrierte Langzeitpflege stellt neue Anforderungen an Fachpersonen. ARTISET hält fest, dass:
- Aus- und Weiterbildungen stärker auf personenzentrierte, koordinierende und sozialräumliche Kompetenzen ausgerichtet werden müssen,
- bestehende Berufsbilder weiterzuentwickeln sind,
- und die Anschlussfähigkeit zwischen Praxis, Ausbildung und neuen Versorgungsmodellen gezielt gestärkt werden soll.
Die Berufsbildung ist dabei ein zentraler Hebel für die Transformation der Langzeitpflege.
Empfehlungen von ARTISET im Überblick
ARTISET empfiehlt unter anderem:
- die Langzeitpflege konsequent personenzentriert und sozialräumlich auszurichten,
- institutionelle und sektorale Grenzen zu überwinden,
- Ausbildung, Berufsbilder und Kompetenzen gezielt weiterzuentwickeln,
- sowie die notwendigen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.
Weiterführende Informationen
Die vollständige Positionierung von ARTISET zur sozialräumlichen und personenzentrierten Ausrichtung der Langzeitpflege sowie zur Anbindung an die Berufsbildung finden Sie hier als PDF: