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Nationale Fachtagung

Zwischen Selbstbestimmung und Zwang: konstantes Spannungsfeld professioneller sozialen Arbeit

Welche Auswirkungen auf erlebten Zwang hat mein Handeln als Fachperson? Wie beeinflussen meine Normen die tägliche Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen sowie Menschen mit Behinderungen? Und wie können wir uns dessen bewusstwerden? Dem wollen wir an dieser Fachtagung von INSOS, YOUVITA und dem Kompetenzzentrum Leaving Care auf den Grund gehen. Erfahren Sie mehr und werfen Sie einen Blick in das Programm.

Fachpersonen, die Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Menschen mit Behinderungen begleiten und betreuen, stehen oft im Spannungsfeld von Selbstbestimmung und Zwang: Darf ich das Mitspracherecht eines Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu seinem Schutz einschränken? Welche Einschnitte hinterlasse ich mit meinen Entscheidungen und Dokumentation in der Biografie der Betroffenen? Welche Handlungen kann ich zum Wohle des Betroffenen rechtfertigen?

Dieses Dilemma zwischen Interventionen und erlebtem Zwang liegt nicht nur in der Vergangenheit – es bleibt aktuell. Doch damit wir verstehen, wie Entscheidungen entstehen und wie gesellschaftliche Normen sie beeinflussen, lohnt sich ein Blick in die vergangene Praxis.

Wertvolle Erkenntnisse aus dem Forschungsprogramm NFP 76

Daher richtet sich die Fachtagung «Professionelles Arbeiten zwischen Selbstbestimmung und Zwang» an den Ergebnissen des Forschungsprogramm NFP 76 «Fürsorge und Zwang – Geschichte, Gegenwart, Zukunft» aus. In 29 Forschungsprojekten wurden Eingriffe in die Freiheitsrechte von Erwachsenen und Minderjährigen und deren Auswirkungen analysiert. Die Resultate helfen uns, unsere heutige Praxis in unterschiedlichen Kontexten der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Unterstützungsbedarf kritisch zu reflektieren.

Inhalte der Tagung

Die Tagung bietet Ihnen die einmalige Gelegenheit mit den Forschenden des Programms, Fachpersonen aus der Praxis und Betroffenen über Fürsorgepraktiken der Vergangenheit und Gegenwart zu diskutieren. Sie lernen ausgewählte Forschungsergebnisse kennen, die einen konkreten Bezug zu Ihrem Arbeitsalltag haben.

Sie setzen sich unter anderem mit folgenden Fragen auseinander:

  • Was haben historische Erkenntnisse mit meinem heutigen Arbeitskontext zu tun?
  • Was lernen wir aus der Vergangenheit?
  • Welche Entwicklungen sind für die Zukunft zentral?

Themenschwerpunkte:

  • Normen und Professionalität: Betreuungspraktiken sind in einen gesellschaftlichen Normen- und Wertehorizont eingebettet. Welche Rolle spielen diese Normen in unserem beruflichen Alltag und welchen Einfluss haben sie auf unsere Arbeit mit betroffenen Menschen?
  • Auswirkungen von Finanzierungssystemen: Finanzierungsformen haben Einfluss auf die Betreuung und deren Qualität. Welche Anreize werden durch sie gesetzt und wie können wir die negativen Konsequenzen dieser Anreize verhindern?
  • Dokumentation, Archivierung und die Deutungsmacht des geschriebenen Wortes: Zum professionellen Handeln gehört die Dokumentation, z.B. in Form von Berichten. Wie gelingt uns ein sensibler und transparenter Umgang mit Sprache und ihrer Deutungsmacht?
  • Selbstbestimmung und Zwang: Die professionelle Arbeit mit betroffenen Personen erfordert unsere besondere Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Wie gelingt dies im psychiatrischen Kontext als auch im Kindes- und Erwachsenenschutz? Und wie gelingt die Auseinandersetzung in diesem Spannungsfeld mit betroffenen Personen?

Die Fachtagung wird von INSOS, YOUVITA und dem Kompetenzzentrum Leaving Care in Zusammenarbeit mit dem Programm «erinnern für morgen» des Bundesamtes für Justiz organisiert.

Programm der Tagung

Entdecken Sie spannende Referate und praxisnahe Workshops im Programm.

Datum, Ort und Anmeldung

Die Tagung findet Dienstag, 5. Mai 2026 in der Eventfabrik in Bern statt.

Anmeldeschluss ist der 21. April.

Melden Sie sich jetzt an.