Gesunde Arbeitsbedingungen stärken die Langzeitpflege
Die Langzeitpflege steht unter Druck: Fachpersonal ist knapp und beinahe die Hälfte der ausgebildeten Pflegefachpersonen steigt im Laufe der Zeit aus dem Beruf aus. Umso wichtiger ist es, Mitarbeitende nicht nur zu gewinnen, sondern sie gesund und motiviert im Beruf zu halten. Wir stellen Ihnen zwei Hilfsmittel vor, mit denen Sie in Ihrem Betrieb gesunde Arbeitsbedingungen schaffen können.
Damit Sie Fachpersonal langfristig in Ihrem Betrieb halten können, braucht es ganzheitliche Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Die beiden Hilfsmittel Arbeitspapier «Fachkräfte-Erhalt in der Langzeitpflege» und Job-Stress-Analysis zeigen Ihnen Handlungsspielräume auf und unterstützen Sie darin, gesunde Arbeitsbedingungen zu gestalten. Sie sind auf der Online-Plattform «Friendly Work Space» der Gesundheitsförderung Schweiz zu finden.
Handlungsspielräume für Betriebe
Auch wenn viele Rahmenbedingungen extern geprägt sind, verfügen Betriebe der Langzeitpflege über konkrete Handlungsspielräume. Das Arbeitspapier «Fachkräfte-Erhalt in der Langzeitpflege» von Gesundheitsförderung Schweiz unterscheidet vier zentrale Handlungsfelder:
- Umgang mit externen Rahmenbedingungen: Nicht alle Vorgaben lassen sich auf Betriebsebene verändern. Transparenz und eine offene Kommunikation darüber, was beeinflussbar ist und was nicht, können jedoch helfen, Belastungen und Unzufriedenheit zu reduzieren.
- Arbeitsorganisation und Entwicklungsmöglichkeiten: Arbeitszeitmodelle, Dienstplanung, Stellenprofile, Aufgabenteilung sowie Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten sind zentrale Ansatzpunkte, um attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen.
- Unternehmenskultur, Führung und soziale Beziehungen: Ein wertschätzendes Führungsverhalten, eine klare interne Kommunikation, gemeinsame Haltungen und Werte sowie ein konstruktiver Umgang mit Fehlern, Konflikten und herausfordernden Situationen prägen das Betriebsklima wesentlich.
- Ergonomie, Arbeitsplatzgestaltung und Infrastruktur: Arbeitsprozesse, Arbeitsinstrumente und Infrastruktur sollten so gestaltet sein, dass der Gesundheitsschutz gewährleistet ist und Belastungen im Arbeitsalltag reduziert werden können.
Diese Handlungsfelder zeigen: Fachkräfteerhalt entsteht nicht durch einzelne Massnahmen. Entscheidend ist eine bewusste Gestaltung des Arbeitsumfelds – von der Organisation der Arbeit bis zur Zusammenarbeit im Team.
Hier geht's zum Arbeitspapier «Fachkräfte-Erhalt in der Langzeitpflege – Ansätze zur Gestaltung attraktiver Arbeitsbedingungen»
Fundierte Datengrundlage für nachhaltige Massnahmen
In vielen Institutionen ist aus Erfahrungen heraus bekannt, wo Belastungen entstehen. Doch für gezielte Massnahmen braucht es eine solide Grundlage:
Die Job-Stress-Analysis für die Langzeitpflege unterstützt Betriebe der Langzeitpflege dabei, Belastungen, Ressourcen und das Befinden der Mitarbeitenden systematisch zu erfassen. Auf der Webseite finden Sie zudem einen Handlungsleitfaden sowie Praxisbeispiele, die Sie als Inspirationen für die Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen nutzen können. Das Spezialmodul für die Langzeitpflege und Spitex berücksichtigt die besonderen Anforderungen dieses Arbeitsfelds.
Wichtig ist: Die Analyse ist kein Selbstzweck. Ihr Nutzen entsteht, wenn die Ergebnisse mit den Mitarbeitenden besprochen und in konkrete Massnahmen übersetzt werden. Gerade der Einbezug der Mitarbeitenden ist entscheidend. Sie kennen den Arbeitsalltag, wissen, wo Belastungen entstehen, und können einschätzen, welche Verbesserungen realistisch und wirksam sind.
Hier geht's zur Job-Stress-Analysis für die Langzeitpflege