Bedarfserhebung

Dienstleister in Bewegung: Organisationen weiterentwickeln im Dienste der Selbstbestimmung

Das Projekt «Dienstleister in Bewegung» untersucht, wie Einrichtungen im Behindertenbereich ihre Organisations-, und Führungsstrukturen sowie ihre Entscheidungsprozesse weiterentwickeln, um Selbstbestimmung, Mitwirkung und flexible Dienstleistungen im Sinne des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) zu stärken.

Eckdaten
Dauer

2026 – 2027

Auftraggeber

INSOS

Ein Projekt für die Mitglieder von INSOS.

Einrichtungen im Behindertenbereich sehen sich mit zahlreichen Veränderungen konfrontiert: Die Bedürfnisse der betreuten Personen werden komplexer, die Erwartungen im Zusammenhang mit der UN-Behindertenrechtskonvention steigen und die Leistungen müssen flexibler gestaltet werden. Hinzu kommen der Mangel an qualifiziertem Personal und das Bestreben, Betreuungsformen zu entwickeln, die Mitwirkung und Selbstbestimmung stärker fördern.

Worum geht es bei dem Projekt?

Das Projekt «Dienstleister in Bewegung» befasst sich mit den organisatorischen Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, die genannten Entwicklungen konkret zu unterstützen.

Es geht nicht darum, sich auf einzelne pädagogische Massnahmen zu konzentrieren. Vielmehr sollen die organisatorischen Rahmenbedingungen in den Fokus rücken, die Mitwirkung, Selbstbestimmung und flexibleren Betreuungsformen förderlich sein können.

Das Projekt befasst sich insbesondere mit folgenden Aspekten:

  • Organisationsstrukturen
  • Governance-Modelle
  • Führungsformen
  • Entscheidungsprozesse
  • interne Zusammenarbeit
  • institutionelle Kultur

Phase 1: Praxiserfahrungen und Literaturrecherche

In einer ersten Phase arbeitet INSOS mit der Hochschule Luzern – Soziale Arbeit zusammen. Es werden qualitative Interviews mit Institutionen in der Westschweiz und der Deutschschweiz geführt, die bereits dabei sind, organisatorische Umstrukturierungen durchzuführen. Diese Einrichtungen tauschen ihre Erfahrungen und Vorgehensweisen aus.

Parallel dazu führen wir eine Literaturrecherche durch, um die wichtigsten Erkenntnisse zu organisatorischer Transformation, Mitwirkung, Selbstbestimmung, Führungsformen und Erfolgsvoraussetzungen im Behindertenbereich zu ermitteln.

Ziele der ersten Phase

  • Diese erste Phase zielt insbesondere darauf ab, Folgendes herauszuarbeiten:
  • die bereits umgesetzten organisatorischen Änderungen
  • die Führungs- und Entscheidungsstrukturen, die diese Entwicklungen unterstützen
  • die Rolle von Mitwirkung, Selbstbestimmung und flexiblen Leistungen
  • die aufgetretenen Herausforderungen, Spannungen und Widerstände
  • die Voraussetzungen, die nachhaltige Veränderungen begünstigen

Ergebnisse der ersten Phase

Die Ergebnisse werden in einem Abschlussbericht für die Mitglieder von INSOS zusammengefasst.
Dieser für Ende 2026 geplante Bericht wird die wichtigsten Erkenntnisse des Projekts vorstellen und Denkanstösse für mögliche nächste Schritte geben.

Phase 2: Mögliche Anpassung des ELiA-Instruments

Nach Abschluss von Phase 1 wird INSOS prüfen, inwieweit die Erkenntnisse aus den Interviews und der Literaturrecherche dazu beitragen könnten, das Selbstbewertungsinstrument ELiA für den Behindertenbereich anzupassen. Dieses Instrument wird im Bereich «Menschen im Alter» eingesetzt und ermöglicht es den Einrichtungen, ihre Dienstleistungen zu analysieren. So können sie sich selbst evaluieren und die Wohnsituation sowie die Betreuung besser an die Bedürfnisse, die Menschen im Alter hinsichtlich ihrer Selbstständigkeit haben, anpassen. ELiA könnte Einrichtungen im Behindertenbereich neue Perspektiven für die organisatorische Entwicklung eröffnen.

Diese Überlegungen würden in einer späteren Phase, die für Ende 2026 / Anfang 2027 vorgesehen ist, vertieft. Die ersten Lösungsansätze sollen mit einer Begleitgruppe erörtert werden, um ihre Eignung für verschiedene institutionelle Gegebenheiten zu prüfen.

Meilensteine

2026 – 2027
2026 | Phase 1
  • Gespräche mit ausgewählten Institutionen, parallel dazu Literaturrecherche
  • Auswertung der Ergebnisse und Erstellung eines Abschlussberichts
  • Aufbereitung und Weitergabe der wichtigsten Erkenntnisse an die Mitglieder
2027 | Phase 2
  • Diskussion und Validierung mit einer Begleitgruppe
  • Planung der nächsten Schritte im Hinblick auf eine mögliche Anpassung des ELiA-Instruments.
Kontakt
Carine Girard
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Lebensgestaltung