Jahresbericht 2024
der Föderation ARTISET mit ihren Branchenverbänden CURAVIVA, INSOS und YOUVITA.
Die Föderation ARTISET
2024 stand im Zeichen der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Föderation. Die Interessenvertretung konnte gestärkt werden durch einen Austausch mit Bundesrätin Baume-Schneider, zahlreiche Gespräche mit Parlamentsmitgliedern und regelmässige Treffen mit Behörden des Sozial- und Gesundheitsbereichs.
Bei der Umsetzung der politischen Leitlinien erreichte ARTISET in Zusammenarbeit mit Partnern erste Ziele. Besonders hervorzuheben sind die bisherigen Parlamentsentscheide zur ursprünglich mitlancierten Vorlage zu den Ergänzungsleistungen für betreutes Wohnen für Menschen im Alter und mit Behinderungen sowie zur Reform des Bundesgesetzes über Institutionen zur Förderung der Eingliederung invalider Personen (IFEG). Ebenso erfreulich war das Resultat der Volksabstimmung zur einheitlichen Finanzierung von Gesundheitsleistungen (EFAS). Die Annahme von EFAS eröffnet Chancen zur Entwicklung integrierter Modelle auch in der Langzeitpflege. Die gemeinsame Interessenvertretung von ARTISET und ihren Branchenverbänden wird auch 2025 fortgesetzt und nach Möglichkeit weiter verstärkt.
Intern lag ein Schwerpunkt auf der Organisationsentwicklung. Diese hat zum Ziel, die Anliegen der Mitglieder rascher aufzugreifen und entsprechende Massnahmen umsetzen zu können.
«ARTISET bearbeitete neben den spezifischen Themen der Branchenverbände auch viele gemeinsame Themen, etwa die Prävention von Grenzverletzungen und Gewalt. Gemeinsame Fragestellungen wie die Freiwilligenarbeit griff auch das Magazin ARTISET auf. 2025 bietet der erste ARTISET-Kongress den Mitgliedern aller Branchenverbände eine exzellente Gelegenheit, Erfolgsrezepte zu teilen.»
«Das Team von ARTISET war 2024 oft im Bundeshaus anzutreffen. Die erhöhte Sichtbarkeit von ARTISET im Parlament ist eine gute Basis für die politische Arbeit in den Dossiers, die für die Mitglieder wichtig sind – etwa die anstehenden Geschäfte der Behindertenpolitik oder die zweite Etappe zur Umsetzung der Pflegeinitative.»
«ARTISET wird die Erfahrungen aus der erfolgreichen Abstimmungskampagne für die einheitliche Finanzierung von Gesundheitsleistungen (EFAS) auswerten und für künftige Kampagnen im Interesse der Branchenverbände nutzen. Auch wollen wir 2025 unsere Anliegen zur Fachkräftethematik stärker in die Öffentlichkeit und die Politik tragen.»
Der Branchenverband CURAVIVA
Im Strategieprozess stellte CURAVIVA die Mitglieder ins Zentrum. Gemeinsam wurden folgende Schwerpunkte definiert: CURAVIVA setzt sich für die finanzielle Autonomie der Betriebe und die Professionalität im Pflegeheim ein – und stärkt damit die Grundlage für die Lebensqualität der Bewohnenden. Zudem steht CURAVIVA für eine gute Zusammenarbeit im Sozial- und Gesundheitswesen und fördert die nachhaltige Entwicklung der Branche.
Zum Jahresauftakt trafen sich über 800 Branchenvertreter:innen am CURAVIVA-Kongress, wo sie neues Wissen erwarben und Erfahrungen austauschten. Politisch brachte sich der Branchenverband gemeinsam mit ARTISET in die Geschäfte zur Pflegeinitiative, zur Finanzierung von Palliative Care und Demenz sowie zu den Ergänzungsleistungen für betreutes Wohnen ein. Hinzu kam die Abstimmungskampagne für die einheitliche Finanzierung von stationären und ambulanten Leistungen (EFAS). Im Bereich Gesundheitsökonomie und in der Facharbeit konnten Projekte wie das Programm NIP-Q Upgrade, Wohnformen-flex, Angehörigenarbeit sowie Lebensqualität und Betreuung vorangetrieben und/oder abgeschlossen werden.
Im September durfte CURAVIVA den langjährigen Präsidenten Marco Brosotti verdanken und Patric Bhend willkommen heissen. Als neuer Präsident wird er die Umsetzung der Strategie mitgestalten.
«Innovativ. Nachhaltig. Menschlich. So lautet der Titel der CURAVIVA-Strategie. Die Strategiearbeit erlaubte mir, den Menschen in unserer vielfältigen Branche zuzuhören und ihre Anliegen noch besser kennenzulernen. Diese Mitgliederbedürfnisse geben uns auf allen Ebenen – auch bei der anstehenden EFAS-Umsetzung – die Richtung vor.»
«Neue Strategie sowie Geschäftsführerin und Präsident in der Startphase: 2024 stellte CURAVIVA die Weichen, um sich noch stärker auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Mitglieder auszurichten. In der Strategie zeigen wir die Themen auf, für die sich der Branchenverband engagieren wird. 2025 definieren wir gemeinsam die künftigen Leistungen – und davon abgeleitet die Beiträge ab 2026.»
Der Branchenverband INSOS
2024 stand INSOS unter der Leitung der neuen Geschäftsführerin Rahel Stuker in engem Austausch mit Mitgliedern, Partnerorganisationen, Mitwirkungsnetzwerken sowie Politik und Wirtschaft. Eine Auswahl der wichtigsten Projekte:
- «Droits devant»: Der erste Podcast von INSOS informiert Fach- und Führungspersonen in Organisationen über die Anliegen aus der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Er wurde gemeinsam mit INSOS-Mitgliedern aus der Romandie und Selbstvertretenden entwickelt und wird 2025 lanciert.
- Die Tagung «Gemeinsam Wände verschieben» fokussierte auf durchlässige Wohnmodelle, die Tagung «Durchlässigkeit als Schlüssel für eine inklusive Arbeitswelt» auf Kooperationen für eine inklusive Wirtschaft. Selbstvertretende wirkten vor und während beider Tagungen aktiv mit.
- Die Socialstore Awards zeichneten bereits zum 5. Mal Produkte aus, die Arbeitnehmende mit Beeinträchtigung in Integrationsbetrieben herstellen.
Die im Auftrag von INSOS verfassten Berichte zu Finanzierung und Entschädigungsmodellen fordern bessere Rahmenbedingungen für die UN-BRK-konforme Weiterentwicklung von Integrationsbetrieben. - Zum Jubiläum der Praktischen Ausbildung PrA befragte INSOS PrA-Lernende – auch zur Weiterentwicklung der Ausbildung.
- Das 2024 entwickelte IT-Reporting-Tool soll Dienstleister für Menschen mit Behinderung unterstützen, die Anforderungen an die Datenlieferung und die Berichterstattung zu erfüllen. Auch soll es ihnen ein Benchmarking ermöglichen.
«INSOS präsentierte an den Fachtagungen Erkenntnisse zur Transformation und zur Durchlässigkeit von Angeboten und diskutierte diese mit Branchen- und Selbstvertreter:innen. Die UN-BRK bewegt viel, setzt innovative Ideen frei und verstärkt die Zusammenarbeit von Organisationen. Auch in der Politik bringt sie wichtige Veränderungen ins Rollen.»»
«Die meisten INSOS-Mitglieder sind bereits in einem Veränderungsprozess im Sinne der UN-BRK. INSOS unterstützt sie bei der Transformation. Politisch stehen unter anderem die Teilrevision des Behindertengleichstellungsgesetzes und das Inklusionsrahmengesetz als indirekter Gegenvorschlag zur Inklusionsinitiative an. Auch in diesen Dossiers werden wir die Interessen unserer Mitglieder engagiert vertreten.»
Der Branchenverband YOUVITA
Zur Unterstützung von Fachpersonen in der professionellen Begleitung von Kindern und Jugendlichen arbeitete YOUVITA unter Mitwirkung von Mitgliedern und mit Finanzhilfe des Bundes im Rahmen des Kinder- und Jugendförderungsgesetzes an folgenden Projekten:
- Online-Plattform kidlex, die Fachpersonen bei der Umsetzung von Kinderrechten unterstützt (Go-live im März 2025)
- Sicherstellung der Gesundheitsversorgung im institutionellen Kontext
- Gelingende Gestaltung des Übergangs der Ausbildungsabgänger:innen in den Arbeitsalltag der Dienstleistenden
- Förderung der Biografiearbeit in der ausserfamiliären Unterbringung
- Stärkung der sozialen Beziehungen – auch für den Übergang ins Erwachsenenleben
Die Mitglieder erhielten in Online-Webinaren und im YOUVITA Blog Informationen und Inputs zu betrieblichen und fachlichen Fragestellungen. Zudem fiel der Startschuss für das Projekt «Zukunftstrendmap», welches gemeinsam von den Branchenverbänden von ARTISET umgesetzt wird.
Einen hohen Stellenwert hatten der Austausch mit Mitgliederorganisationen und die Vernetzung mit den kantonalen Kollektivmitgliedern. Enge Partnerschaften pflegte auch das Kompetenzzentrum Leaving Care. In der Westschweiz konnte es erfolgreiche Kooperationen aufbauen. Dank der guten Vernetzung von YOUVITA sowie des Kompetenzzentrums Leaving Care entwickelte sich das politische Engagement sehr erfreulich. Das Augenmerk liegt dabei auf der Revision der Pflegekinderverordnung.
«Der Aufbau von kidlex prägte das Berichtsjahr. Mitglieder profitieren ab März 2025 von praxisnahem Wissen zu den Kinderrechten – und vom Vorteil neuer Technologien. Politisch haben die finanziellen Rahmenbedingungen und die Qualitätssicherung Priorität. Gestützt auf die Erkenntnisse aus der Branchenerhebung zur Finanzierung kämpfen wir für Verbesserungen und gegen Fehlanreize.»
«Gemeinsam mit den Branchenverbänden CURAVIVA und INSOS legten wir 2024 den Grundstein für die Zukunftstrendmap. Darin fokussieren wir auf Themen, die unsere Branchen verbinden. Auch 2025 gilt: Hand in Hand entfalten wir mehr Wirkung. Deshalb wollen wir uns noch enger mit unseren Kollektivmitgliedern abstimmen.»
Finanzen
Der Finanzbericht von ARTISET mit ihren drei Branchenverbänden CURAVIVA, INSOS und YOUVITA bietet einen Überblick über die finanzielle Entwicklung im Geschäftsjahr 2024. Trotz anhaltenden Herausforderungen in einem anspruchsvollen Geschäftsumfeld und einer dynamischen Marktumgebung wurde ein aussergewöhnlich positives Jahresergebnis erzielt.
Dienstleistungen
Bei den Dienstleistungen für die Betriebsführung, mit denen die Föderation ihre Mitglieder bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt, ragen 2024 folgende Neuerungen hervor:
Bildung und ARTISET Bildung
Kommunikation
Politik
- 4 Sessionsvorschauen mit Empfehlungen zuhanden der Parlamentsmitglieder
- 4 Sessionsrückblicke für Mitglieder und Interessierte
- 50 Newsmeldungen zu politischen Vorstössen und Geschäften