Institutionelle Kinderbetreuung braucht eine verlässliche Finanzierung
Eine aktuelle Studie der Eidgenössische Kommission für Familienfragen (EKFF) zeigt auf, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit die institutionelle Kinderbetreuung qualitativ hochwertig, bedarfsgerecht und für Familien bezahlbar bleibt. Die Ergebnisse unterstreichen zentrale Anliegen, die auch für die Mitglieder von YOUVITA von grosser Bedeutung sind.
Das Beratungs- und Forschungsbüro Ecoplan hat für die Eidgenössische Kommission für Familienfragen (EKFF) in sechs Schweizer Kantonen sowie in sieben europäischen Ländern die öffentliche Steuerung und Finanzierung der institutionellen Vorschulbetreuung analysiert und die Ergebnisse in einer Studie zusammengefasst.
Die Studie kommt zum Schluss, dass eine wirksame Steuerung der Kinderbetreuung nicht durch einzelne Massnahmen erreicht werden kann. Vielmehr braucht es ein abgestimmtes Zusammenspiel von öffentlicher Finanzierung, einkommensabhängigen Elternbeiträgen sowie verbindlichen Qualitäts- und Zugangsstandards.
Ausreichende Objektfinanzierung ist zentral
Besonders hebt die Studie die Bedeutung einer ausreichenden Objektfinanzierung hervor. Öffentliche Beiträge an Betreuungseinrichtungen schaffen die Voraussetzungen, um genügend Betreuungsplätze bereitzustellen, die Qualität kontinuierlich weiterzuentwickeln und qualifiziertes Fachpersonal zu gewinnen und zu halten. Gleichzeitig ermöglichen sozial abgestufte Elternbeiträge einen niederschwelligen Zugang für Familien.
Für die Institutionen der familien- und schulergänzenden Betreuung ist die Studie ein wichtiges Signal: Hohe Qualität, Chancengerechtigkeit und eine bedarfsgerechte Versorgung können nur dann nachhaltig gewährleistet werden, wenn die öffentliche Hand ihre Mitverantwortung auch finanziell wahrnimmt. Qualitätsanforderungen und Finanzierung müssen dabei Hand in Hand gehen.
13 Empfehlungen für die öffentliche Hand
Die Ergebnisse liefern wertvolle Impulse für die aktuellen politischen Diskussionen zur Weiterentwicklung der Kinderbetreuung in der Schweiz. Sie bestätigen, dass verlässliche Rahmenbedingungen und eine langfristig gesicherte Finanzierung entscheidende Voraussetzungen für ein starkes und zukunftsfähiges Betreuungsangebot sind. 13 Empfehlungen zum institutionellen Rahmen, zur Subjekt- und zur Objektfinanzierung richten sich an die öffentliche Hand, um sie bei der Weiterentwicklung ihrer Steuerungs- und Finanzierungssysteme zu unterstützen.
Nachhaltige Finanzierung auch für Aus- und Weiterbildungen
Für YOUVITA unterstreichen die Ergebnisse auch die Bedeutung der Ausbildung von Fachpersonen. Die steigenden Anforderungen an die familien- und schulergänzende Betreuung erfordern gut ausgebildete Mitarbeitende und genügend Ausbildungsplätze. Eine nachhaltige Finanzierung muss deshalb nicht nur den laufenden Betrieb, sondern auch die Ausbildung, Weiterbildung und fachliche Entwicklung des Personals berücksichtigen. Nur so können Qualität und Versorgung langfristig sichergestellt werden.