Kommentar und Medienmitteilung

10-Millionen-Schweiz-Initiative abgelehnt: Versorgungssicherheit gestärkt und Kinderrechte weiterhin geschützt

Die Schweizer Stimmbevölkerung hat die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» abgelehnt. Die Föderation ARTISET mit ihren Branchenverbänden CURAVIVA, INSOS und YOUVITA begrüsst dieses Ergebnis und ist erleichtert, dass die Initiative keine Mehrheit gefunden hat.

Gemeinsam mit weiteren Organisationen des Gesundheitswesens hatte sich ARTISET mit CURAVIVA im «Gesundheitskomitee gegen die Chaos-Initiative» gegen die Vorlage engagiert und vor den negativen Folgen für die Versorgungssicherheit gewarnt. Ebenfalls hat YOUVITA zusammen mit weiteren Kinder- und Jugendorganisationen zur Ablehnung der Initiative aufgerufen, da sie die Kinderrechte gefährdet.

Die Medienmitteilung des Gesundheitskomitees finden Sie hier: Nein zur 10-Millionen-Initiative vermeidet zusätzliche Risiken für eine stabile Gesundheitsversorgung

Lesen Sie den Kommentar von Daniel Höchli, Geschäftsführer ARTISET:

Versorgungssicherheit und Kinderrechte brauchen verlässliche Rahmenbedingungen

Die Ablehnung der 10-Millionen-Schweiz-Initiative ist ein wichtiges Signal zugunsten von Menschen mit Unterstützungsbedarf. Die Institutionen für Menschen im Alter, Menschen mit Behinderungen sowie Kinder und Jugendliche sind bereits heute mit einem erheblichen Fachkräftemangel konfrontiert. Eine Einschränkung der Personenfreizügigkeit hätte die Rekrutierung von qualifizierten Mitarbeitenden zusätzlich erschwert und die Versorgungssicherheit gefährdet.

Das Abstimmungsergebnis löst die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt nicht. Es verhindert aber, dass sich die Situation zusätzlich verschärft. Die Anstrengungen zur Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials gilt es konsequent fortzusetzen, etwa durch bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und den Abbau administrativer Belastungen. Auch die Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte Rekrutierung von Fachpersonen aus dem europäischen Ausland sind zu erhalten. Weitere Forderungen zur Bewältigung des Fachkräftemangels hält ARTISET in ihrer «Resolution zur Eindämmung des Fachkräftemangel» fest.

Für YOUVITA ist die Ablehnung der Initiative aus einem weiteren Grund bedeutsam. Kinder und Jugendliche sind auf stabile Rahmenbedingungen und den Schutz ihrer Rechte angewiesen. Das Abstimmungsergebnis stellt sicher, dass Kinderrechte und das Kindeswohl nicht von statistischen Schwellenwerten abhängig gemacht werden.

ARTISET wird sich weiterhin für Rahmenbedingungen einsetzen, die eine qualitativ hochwertige Betreuung, Begleitung und Pflege für alle Menschen mit Unterstützungsbedarf ermöglichen.